24.2014 | 42

Herbert Schneider, Bruants Einfluß auf das Kabarett und die Neue Musik in Deutschland, in: Lied und populäre Kultur. Jahrbuch des deutschen Volksliedarchivs Freiburg, hg. von Michael Fischer und Fernand Hörner 57 (2012): Deutsch-französische Musiktransfers. German-French Musical Transfers, Münster – New York – München –Berlin: Waxmann 2012, S. 181-206

Weist auf deutsche Übersetzungen von Chansons Bruants (1851-1925) hin (seit Eugen Schick, in Wiener Dialekt, postum 1910, S. 183f.) und untersucht erstmals seine Notierung des Deklamationsrhythmus (verschiedene Varianten, S. 187-192) und die musikalische Gestaltung (S. 192f.). Schneider vermag Bruants Notationsweise als Vorbild für die Melodram-Version von Humperdincks Königskindern zu erweisen, die ihrerseits Schönbergs Notierung der Singstimme im Pierrot lunaire anregte (S. 193). Es „ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Deklamationspraxis Bruants zunächst im Kabarett Schule machte, bevor sie sich auch auf die Neue Musik auswirkte“ (S. 195). Die „reich nuancierte Vortragskunst im Gassenhauer, im Couplet des Wiener Volksstücks und in der Operette“ [Girardi!], auf die Friedrich Cerha hinwies, ohne sich der Vorbildhaftigkeit Bruants bewußt zu sein (S. 194), sollte unbedingt genauer untersucht werden.

lasalvia24.2014 | 42

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