Frank Piontek

Thomas Betzwieser (Hrg.): Opernkonzeptionen zwischen Berlin und Bayreuth. Das musikalische Theater der Markgräfin Wilhelmine. Referate des Symposiums anlässlich der Aufführung von L’Huomo im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth am 2. Oktober 2009. 221 Seiten. Würzburg: Königshausen & Neumann 2016. „Soll Dir in Bayreuth was gelingen, / musst du es mit Wagner bringen“: die Spruchweisheit, die Herbert Rosendorfer in seinem Bayreuth-Vademecum Bayreuth für Anfänger zitiert hat, gilt nicht mehr, seitdem der jüngste Spross Wolfgang Wagners das Regiment auf dem Hügel übernommen hat – und seitdem man sich hier intensiv um Wilhelmine von Bayreuth kümmert. 1998 wurde zur 250-Jahrfeier der Eröffnung des Markgräflichen …

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Frank Piontek
Ludvik Glazer-Naudé und Ingrid Leser-Matthesius: Die Zauberflöte. Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. 48 Seiten. Mit zahlreichen Bildern und einer Audio-CD mit 14 Stücken. München: ars Edition 2014.

Es gibt ein berühmtes wie amüsantes Aquarell, dessen Original lange Zeit im Schloss Tiefurt hing, also in unmittelbarer Nähe des Weimarer Musenhofes, an dem sich der Operndirektor und Librettist Johann Wolfgang von Goethe besonders um Mozart gekümmert hat. Dieses entzückende Aquarell zeigt eine Kostümprobe zur Zauberflöte, die 1794 im Weimarer Hoftheater auf die Bühne kam. Man sieht also die Knaben, die sich gerade die Gewänder der verschiedenen Tiere anpassen lassen, man sieht die drei Damen und den Mohren, man sieht den Sarastro und einige seiner Priesterkollegen. Von der Decke hängt der Vogelkäfig des Mannes, der, direkt unter dem Requisit, in …

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Ludvik Glazer-Naudé und Ingrid Leser-Matthesius: Die Zauberflöte. Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. 48 Seiten. Mit zahlreichen Bildern und einer Audio-CD mit 14 Stücken. München: ars Edition 2014.

Frank Piontek
Europa war sein Bayreuth. Symposion zu Leben und Werk von Giacomo Meyerbeer. Hrg. von der Deutschen Oper Berlin. 2015. 256 Seiten. Berlin: Deutsche Oper Berlin.

Der Sammelband, dessen Titel auf ein Wort Eduard Hanslicks zurückgeht (der aufgrund seiner eklatanten Fehlurteile betr. Wagner, Verdi, Bruckner, Strauss etc. mitnichten, wie Jean-Claude Yon auf S. 198 andererseits meint, ein „großer“ Kritiker war), versammelt 11 Vorträge und zwei Gesprächsnachschriften eines Symposions, das anlässlich einer konzertanten Aufführung von Meyerbeers Dinorah vom 29.9. bis 1.10. 2014 in der Deutschen Oper Berlin stattfand: als wissenschaftliche Schützenhilfe zum kühnen Plan, „die Grand Opéras Meyerbeers als gleichberechtigte Alternative zu den Musikdramen Wagners und Verdis zu rehabilitieren“ (so der Intendant der DOB Dietmar Schwarz, S.5). Die Meyerbeer-Edition: Ein großer Opernkomponist wird neu entdeckt Jürgen Schläder. …

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Europa war sein Bayreuth. Symposion zu Leben und Werk von Giacomo Meyerbeer. Hrg. von der Deutschen Oper Berlin. 2015. 256 Seiten. Berlin: Deutsche Oper Berlin.

24.2014 | 48

Matthias Zipp, Die Remarque-Oper der austroamerikanischen Komponistin Dr. Nancy Van de Vate. All Quiet on the Western Front, Im Westen nichts Neues (Schriften des Erich Maria Remarque-Archivs, 29), Göttingen: V & R unipress – Osnabrück: Universitätsverlag Osnabrück 2013, 277 S. m Westen nichts Neues, das bis heute bekannteste Buch des (in Osnabrück geborenen) Erich Maria Remarque [ob es „auch heute noch zu den bekanntesten und meistgelesenen literarischen Werken auf der Welt gehört“, wie S. 26 vollmundig behauptet wird, darf bezweifelt werden], wurde zweimal verfilmt (S. 11) und war Stoffvorlage für eine Oper von Nancy Van der Vate (*1930, S. 13), …

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24.2014 | 47

Maria Kostakeva, Metamorphose und Rezeption. Annäherung an die Klangwelten Adriana Hölszkys,  Hofheim: Wolke 2013, 255 S. aria Kostakeva, seit langem als Expertin für die Musik der Gegenwart ausgewiesen (vgl. hier 4,23; 15,62f.), legt erstmals „eine umfassende phänomenologische Studie“ (Umschlagtext) zur „Spezifik [des] musikalischen Stils [von Adriana Hölszky], ihrer Kompositionsmehtode und ihrer Weltanschauung“ vor (S. 11). „Ausgangs- und Brennpunkt des Buches ist die besondere Klangexpressivität der Musik Adriana Hölszkys, die hier als Spiegelung von Naturprozessen interpretiert wird“ (ebd.). Es entstand in engem Kontakt mit der Komponistin (vgl. fünf im Anhang wiedergegebene Gespräche aus den Jahren 2002 bis 2008, S. 209-228).Am Anfang …

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24.2014 | 46

Mitteilungen der Paul Sacher Stiftung 27 (April 2014), 59 S. on den fünf Studien des neuen Hefts (vgl. zuletzt hier 23,48) befaßt sich nur eine mit Musik- (bzw. Tanz-)Theater: Tobias Bleek (Im Schatten des Skizzenbuchs. Einige Anmerkungen zum Particell des Sacre du printemps, S. 14-21) würdigt Strawinskys Particell als „die zentrale Quelle, um die instrumentale Konzeption des Werkes und die Genese seiner orchestralen Klanggestalt zu untersuchen“ (S. 16), und belegt das an der Introduktion zum ersten Teil (S. 16-21; verdeutlicht die „genuin instrumetale Konzeption des Tonsatzes“, dessen Komplexität „das Resultat eines mehrstufigen Kompositionsprozesses“ sei, S. 20). Die übrigen Beiträge befassen …

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24.2014 | 45

Nils Grosch, Elmar Juchem (Hrsg.), Die Rezeption des Broadwaymusicals in Deutschland (Veröffentlichungen der Kurt-Weill-Gesellschaft Dessau, 8), Münster / New York / München / Berlin: Waxmann 2012, 259 S. ur Rezeption des amerikanischen Musicals im deutschen Sprachraum, so das Vorwort der Hrsg. (S. 7f.), „fehlt eine systematische Darstellung“. Im Frühjahr 2008 veranstaltete die Kurt-Weill-Gesellschaft Dessau e.V. in Dessau eine Tagung zum Bühnenmusical, die der vorliegende Band dokumentiert. Nils Grosch (Zwischen Ignoranz und Kulturkritik. Das Musical in der Rezeption durch die deutschsprachigen Wissenschaften, S. 9-19) konstatiert die „fast durchgängige Nichtwahrnehmung“ des Musicals durch deutsche Musikwissenschaft und Amerikanistik (S. 9). Die von Adorno …

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24.2014 | 44

Nils Grosch, Wolfgang Jansen (Hrsg.), Zwischen den Stühlen. Remigration und unterhaltendes Musiktheater in den 1950er Jahren (Populäre Kultur und Musik, 5), Münster / New York / München / Berlin: Waxmann 2012, 192 S. er vorliegende Band widmet sich einem vernachlässigten Aspekt der Musiktheater-Geschichte. Das Vorwort von Wolfgang Jansen (S. 7-9) verweist auf das „Nebeneinander von jüngster NS-Operette, ehemals verbotenen (‚jüdischen‘) Werken und den ersten US-Musicals“ (S. 8), das die Theaterlandschaft Westdeutschlands (und Österreichs) in den 50er Jahren prägte. Die acht Beiträge behandeln „1. kultur-strukturelle/gesellschaftliche Rahmenbedingungen jenseits individueller Begebenheiten (3), 2. Remigranten (3), 3. Gebliebene (2)“ (S. 9).Matthias Pasdzierny / Dörte …

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24.20114 | 43

Martin Trageser, „Es liegt in der Luft eine Sachlichkeit“. Die Zwanziger Jahre im Spiegel des Werks von Marcellus Schiffer (1892-1932), Berlin: Logos 2007,  387 S. iese Würzburger Dissertation (2007) widmet sich einem weitgehend vergessenen Autor: Marcellus Schiffer hat Opernlibretti, Operetten und vor allem Revuen geschrieben, aber am erfolgreichsten war er als Chansontexter. Bis Anfang der siebziger Jahre, als ‚Diseusen‘ wie Blandine Ebinger oder Dora Dorette noch mit Solo-Programmen auftraten, wurde sein Name gelegentlich genannt, von den Jüngeren kennt ihn kaum noch jemand. Martin Trageser hat sich auf Spurensuche begeben: Schiffers Nachlaß (5 Laufmeter Manuskripte, Korrespondenz, Materialien etc.) befindet sich im …

lasalvia24.20114 | 43

24.2014 | 42

Herbert Schneider, Bruants Einfluß auf das Kabarett und die Neue Musik in Deutschland, in: Lied und populäre Kultur. Jahrbuch des deutschen Volksliedarchivs Freiburg, hg. von Michael Fischer und Fernand Hörner 57 (2012): Deutsch-französische Musiktransfers. German-French Musical Transfers, Münster – New York – München –Berlin: Waxmann 2012, S. 181-206 eist auf deutsche Übersetzungen von Chansons Bruants (1851-1925) hin (seit Eugen Schick, in Wiener Dialekt, postum 1910, S. 183f.) und untersucht erstmals seine Notierung des Deklamationsrhythmus (verschiedene Varianten, S. 187-192) und die musikalische Gestaltung (S. 192f.). Schneider vermag Bruants Notationsweise als Vorbild für die Melodram-Version von Humperdincks Königskindern zu erweisen, die ihrerseits Schönbergs …

lasalvia24.2014 | 42